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Im Jahr 2014 feiert das Kinder- und Jugendhaus Haby sein 40-jähriges Bestehen. Die folgende Chronologie der ersten drei Jahrzehnte wurde anlässlich des 30-jährigen Jubiläums in 2004 verfasst.
 

1974 - Wir beginnen als Pflegestelle

Es begann mit drei Pflegekindern, die wir als Lehrer unterrichteten und die dann in unser Haus aufgenommen wurden. Aus der Pflegestelle wurde 1974 eine Kleinsteinrichtung mit zunächst 7 Plätzen, die nach und nach besetzt wurden.

Aufgenommen wurden stark verhaltensauffällige Kinder mit intellektueller Beeinträchtigung, 1974 zum Beispiel ein schwer misshandelter vierjähriger Junge, von dem die Uni-Klinik sagte, dass man anfangs nicht wusste, ob der Junge hören und sehen konnte. Er sprach nicht, war weder sauber noch konnte er alleine essen. Er bekam die Flasche.

Dieser Junge war, wie sich herausstellte, der erste Autist, den wir aufnahmen. Diese Diagnose wurde später gestellt, weil 1974 hier niemand diese Störung kannte. Ihm folgten noch weitere autistische Kinder, besonders aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig, wie sie sich damals bezeichnete.
 

1977 – Alleinige Trägerschaft und Leitung

Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, besonders mit Herrn Prof. Meyerhoff, dem damaligen Leiter der Klinik ab 1977, als ich das Haus in alleiniger Trägerschaft und Leitung übernahm.

Ich hatte Herrn Prof. Meyerhoff und die Fachklinik während meiner Ausbildung zur Sonderschullehrerin kennen gelernt und so den Kontakt hergestellt. Bei schwierigen Fragen im psychiatrischen und medizinischen Bereich holte ich mehrfach seinen Rat ein und nahm in den folgenden Jahren aus dem Landeskrankenhaus (LKH) mehrere Kinder auf.
 

80er und 90er – Wir wachsen

Ich habe damals mit zunächst zwei Mitarbeitern (ErzieherInnen) und einer Reinigungshilfe gearbeitet. Langsam erweiterte ich das Team auf insgesamt vier Mitarbeiter und eine Haushaltshilfe.

Wir haben damals alles selbst gemacht, angefangen mit der Versorgung der Kinder, über das Streichen der Räume, Reparieren der Möbel, Pflegen des Gartens und unserer Tiere, Herstellen der Mahlzeiten, Einkaufen der benötigten Mittel, bis hin zum diagnostischen Testen der Kinder, Fördern in den Bereichen Sprache und Motorik, Hilfe bei den Schularbeiten.

Wir fuhren ein- bis zweimal in den Ferien nach Dänemark. Anfangs wohnten wir in Ferienhäusern, später in Zelten und Wohnwagen, was wir noch heute machen.

Die Größe der Gruppe wuchs langsam auf neun, dann 1999 auf 11 Kinder und Jugendliche.
 

1999 – Unser Haus brennt

Nach unserem Hausbrand (1999) konnten wir die Platzzahl auf 13 erhöhen (2000). Entsprechend vergrößerte sich unser Team. Im pädagogischen Bereich waren wir zu fünft vertreten – zeitweise ergänzt um eine Anerkennungspraktikantin –, 1 1/2 Kräfte arbeiteten im hauswirtschaftlichen Bereich. Außerdem beschäftigten wir schon seit 1988/89 eine Heilpädagogin in der musikalischen Förderung.
 

»Fördern und fordern« wird einer unserer Leitsätze

Förderpläne gibt es seit 2000 für jedes Kind. Erzieher begannen damals in bestimmten Bereichen unsere Kinder zu fördern. Als die Arbeit zunehmend differenzierter wurde, entschlossen wir uns, eine Heilpädagogin mit 30 h einzustellen (2002). Vorausgegangen war die Entwicklung der Leitsätze für unsere Arbeit (1999) und die Entwicklung einer Reihe von Beobachtungs- und Fragebögen. Wir nahmen teil an einem Benchmarkingverfahren sowie an einem verbandsinternen Audit, mit dem die Qualität unserer Arbeit beurteilt wurde und weiterhin überprüft wird.
 

Auf dem Weg zur Spezialisierung

Mit der Erweiterung der Kindergruppe und des Teams ging eine Umstrukturierung der Arbeit einher. Wir haben uns von der ursprünglich integrativen zur integrativ heilpädagogisch-therapeutischen Einrichtung weiterentwickelt.

Auf diese Spezialisierung, die für alle Mitarbeiter einen schwierigen Weg bedeutete – einige Mitarbeiter haben uns deshalb auch verlassen –, sind wir sehr stolz. Wir haben über einen Zeitraum von ca. 5 Jahren in Begleitung und mit Unterstützung durch unseren Berater Herrn Dr. Andreas Wilm ein neues Arbeits-, Förder- und Dokumentationssystem entwickelt, das jedem Kind gute Lernmöglichkeiten bietet, damit es sich seinen Gaben gemäß entwickeln und lebenstüchtig werden kann.

So ist über 30 Jahre aus der einstigen Pflegestelle eine anspruchsvolle Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit besonderem Betreuungs- und Förderbedarf geworden, die hier für eine bestimmte Zeit ein Zuhause, Halt und – Schritt für Schritt – ihren Weg ins Leben finden.
 

Die IKH wird gegründet

Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat es bis heute auch meine Arbeit und zeitweise auch die der MitarbeiterInnen in verschiedenen Vereinen und Gremien gegeben. So wurde ganz gewiss auch von dieser Seite die Arbeit des Kinder- und Jugendhauses geprägt.

In den 80er Jahren haben wir mit anderen Frauen den Verein »Frauen helfen Frauen« in Eckernförde gegründet. Viele Gründungsmitglieder trafen sich über Jahre in unserem Haus.

1983 waren wir an der Gründung der Interessengemeinschaft Kleine Heime beteiligt, um Gesprächspartner für unsere Arbeit zu finden. Ich arbeite heute im Vorstand der IKH mit.

Wir haben uns auch politisch betätigt. Verschiedene Frühschoppen und Grünkohlessen fanden in unserem Haus statt. Politische Gespräche waren uns sehr wichtig.
 

Ehrenamtliches Engagement

Ich saß 8 Jahre im Gemeinderat und habe über Jahre in der ASF, der Frauenorganisation der SPD, mitgearbeitet. Für den Berufsverband der Heilpädagogen war ich im Landesvorstand tätig, häufig nahm und nehme ich auch heute noch an den Bundesfachtagungen teil.

Ich habe in unserer Kirchengemeinde mitgearbeitet und 2 Jahre den Kindergottesdienst für unsere und andere Kinder gestaltet. Wir hatten und haben einen Austausch mit der »Lebenshilfe Eckernförde«.

So stand und steht dieses Haus nicht abseits gesellschaftlicher Entwicklungen, sondern befindet sich auch heute mittendrin, mit dem Ziel, sich für Menschen im sozialen Bereich einzusetzen, um mit ihnen und für sie das Leben menschlicher zu gestalten.

Christa Sauer-Röh, Haby 2004
 

 

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